2020 06 29 Teams29.06.2020 | Als Mitte März die Schließung der Schulen in ganz Baden-Württemberg beschlossen wurde, stellte das den Schulalltag vielerorts über Nacht auf den Kopf. Von heute auf morgen mussten digitale Unterrichtsplattformen eingerichtet werden, um den Schülern während dieser Zeit den Zugang zu Bildung zu ermöglichen.
Die Buchener Abt-Bessel-Realschule ist im Landkreis einer der Vorreiter, was die Digitalisierung angeht. „Bereits im Dezember 2019 haben wir alle 48 Lehrkräfte mit eigenen Tablets ausgestattet“, erklärt Konrektor Magnus Brünner im Gespräch mit den FN.

Die zur Verfügung stehenden Sponsoren- und Fördergelder wollte man möglichst sinnvoll nutzen und hat deshalb auf die Anschaffung von Whiteboards verzichtet. „Wir hätten vielleicht zehn solcher Whiteboards anschaffen können, dann hätte es wieder einige Jahre gedauert, bis man die nächsten hätte kaufen können“, sagt Lehrer Daniel Schäfer, der Mitglied des „Medien-Teams“ an der ABR ist. In jedem Klassenraum wurde ein Bildschirm aufgehängt und ein entsprechender Anschluss verlegt, so dass jeder Lehrer sein Tablet anschließen kann. Dass die Realschule in Sachen Digitalisierung auf einem guten Weg ist, war natürlich auch für die Zeit während der Schulschließung ein großer Vorteil. „Wir hatten bereits die Lizenzen für das Office-Paket für jeden Schüler gekauft, wollten aber erst im neuen Schuljahr damit starten“, verdeutlicht Schäfer. Der große Vorteil an diesem Paket: Neben den neuesten Office-Programmen, wie Word, PowerPoint und Excel, beinhaltet das Paket auch den Zugang zu Microsoft Teams – einer Plattform, die Chat, Besprechungen, Notizen und Anhänge kombiniert. Darüber wurden dann die Videokonferenzen abgehalten. Hinzu kommt, dass der Zugang für die Schüler kostenfrei ist, und sie Word, Excel und Co. auf bis zu fünf Geräten nutzen können. Ein weiterer Bonus ist, dass die Schüler zuhause und im Unterricht das gleiche Programm verwenden. Das erleichtert ab sofort die Arbeit im Schulalltag, beispielsweise bei Präsentationen.
Innerhalb eines Wochenendes haben Schäfer und seine Kollegen die Plattform für die Schüler eingerichtet, so dass der digitale Unterricht starten konnte. „Wir haben gemerkt, dass das Austeilen und Zurückgeben von Aufgaben per E-Mail sehr unübersichtlich ist“, erklärt Daniel Schäfer.
In Microsoft Teams wurden Klassengruppen erstellt, und die Schüler können im Chat mit ihrem Lehrer Fotos von ihren gelösten Aufgaben schicken, so dass dieser sie kontrollieren und eine Rückmeldung geben kann. Zwar wurden auch die Schüler mit „Teams“ ein wenig ins kalte Wasser geschmissen, doch die meisten Jungen und Mädchen kommen damit gut zurecht. Um die vielfältigen Funktionen des Programmes noch besser kennenzulernen, finden in dieser Woche in allen Klassenstufen Workshops statt. Die Unterrichtseinheit der Klasse 7b mit Daniel Schäfer besuchte unserer Zeitung am Donnerstag. Der Pädagoge erläutert den Schülern die Chatfunktion, bei der man untereinander kommunizieren kann. Es gibt hier natürlich Regeln zu beachten: Im Chat darf keiner beleidigt werden und keine illegalen Sachen, wie Gewaltdarstellungen, geteilt werden. Im Zweifelsfall können die Administratoren nachvollziehen, was geschrieben wurde.
Auch datenschutzrechtlich musste im Vorfeld einiges beachtet werden. Schäfer stellt klar: „Wir teilen keine sensiblen und personenbezogenen Daten, wie Geburtsdatum oder Adresse. Wir werden dem Datenschutz voll gerecht.“ Für jedes Schulfach wurde ein „Team“ erstellt, und man kann sowohl privat mit den Mitschülern schreiben als auch in der Klassengruppe über ein Thema diskutieren. Über die Online-Plattform werden auch Videokonferenzen abgehalten. „Bei jüngeren Klassen haben wir die Nutzung altersentsprechend angepasst. Hier beschränken wir uns beispielsweise auf das Verteilen und die Rückgabe von Aufgaben“, betont Magnus Brünner und fügt an: „Es kann und soll den Präsenzunterricht nicht ersetzen, es soll eine Ergänzung sein.“  Wider Erwarten kommen auch die älteren Kollegen mit der digitalen Unterrichtsweise gut zurecht. „Wir zwingen niemanden, aber es ist für alle eine Erleichterung“, macht Schäfer deutlich.
192 von 534 Jungen und Mädchen der Abt-Bessel-Realschule gaben in einer Umfrage an, dass ihre technischen Voraussetzungen zuhause für die Online-Stunden nicht ausreichen, deshalb ist diese für die Schüler keine Pflicht.
Der Pädagoge erklärt die Gründe, warum etwa ein Drittel der Schüler nicht alle technischen Gegebenheiten zuhause haben: „Viele haben noch zwei oder drei Geschwister, die ebenfalls online unterrichtet werden. Dann sind die Eltern vielleicht noch im Home-Office, und man hat nur einen Laptop und ein Tablet.“
Hierfür ist die Schule mit verschiedenen Sponsoren im Gespräch, und man hat auch die Stadt Buchen als Schulträger mit ins Boot geholt, um die entsprechende „Hardeware“ zu beschaffen. „Wir hoffen, dass in Zukunft alle Schüler den Zugang zu der Online-Plattform haben“, sagt Brünner. Seit mehreren Wochen läuft nun schon der Unterricht auf diese Art und Weise und kommt bei Schülern und Eltern gut an: „Der Start hat uns überrascht – im positiven Sinne. Wir haben viele Rückmeldungen von Schülern und Eltern bekommen, wie gut das funktioniert“, freuen sich die beiden Lehrer. Obwohl die Einführung des Programmes erst zum neuen Schuljahr geplant war, sind Brünner und Schäfer froh, dass sie es nun schon umsetzen konnten: „Wenn man es pädagogisch sinnvoll einsetzt, ist es für alle hilfreich.“ „Das Coronavirus hat dem Schulsektor medial einen Schub gegeben“, so Daniel Schäfer abschließend.

Text und Bild: Maren Greß (Frankische Nachrichten)

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