Natzweiler 0118.09.2018 | Traditionsgemäß fuhren auch in diesem Jahr wieder die zehnten Klassen in das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof.

Begleitet wurden die 93 Schülerinnen und Schüler dabei von den Geschichtslehrkräften Frau Baier, Frau Häfner, Frau Kugler, Herrn Erg, Herrn Hanak und Herrn Weißschädel, die ihre Schüler selbst in Kleingruppen durch das Lager führten.

Das im Elsass gelegene KZ Natzweiler-Struthof war ein berüchtigtes Lager, durch das mehr als 40.000 Menschen verschiedener Nationen geschleust wurden – mehr als die Hälfte von ihnen fand dort den Tod. Die Häftlinge wurden hier systematisch umgebracht oder starben infolge von Krankheit, menschenunwürdiger Behandlung, Entbehrungen wie Hunger und Kälte, medizinischen Experimenten oder mörderischer kräftezehrender Arbeit in den nahegelegenen Steinbrüchen, wo ein seltener für NS-Prachtbauten äußerst beliebter rosaroter Granit abgebaut wurde.

Die Gedenkstätte des Lagers Struthof liegt auf etwa 800 Metern Höhe,  groteskerweise mitten in der malerisch schönen Berglandschaft der Vogesen. Die vier von einstmals 17 noch erhaltenen Baracken reichten aus, um den Buchener Realschülern das ganze Ausmaß des hier geschehenen Grauens vor Augen zu führen: der Block Nr. 1 (heute ein Museum), der Küchenblock und – im unteren Teil des Lagers – der Strafblock sowie das Krematorium. An das Krematorium schließt sich auch eine Kranken- und Behandlungsstation an, in der Medizinprofessoren der Universität Straßburg an Häftlingen „wissenschaftlichen Experimente“ vornahmen. Menschenverachtende Zustände herrschten auch im Strafblock, dem sogenannten „Bunker“ wo die SS in einer Art Gefängnis im Gefängnis mit Stockschlägen und weiteren brutalsten Misshandlungen den Überlebenswillen der dort Eingepferchten brechen wollte.

Einen tiefen Eindruck hinterließ auch die „Besichtigung“ der außerhalb des Lagers gelegenen Gaskammer. Schon beim Betreten des Gebäudes war ein Gefühl von Trauer und Schrecken spürbar. Zu wissen, dass hier Menschen für medizinische und pseudowissenschaftliche Versuche gezielt ermordet wurden, hat alle mitgenommen. In einem Nebenraum sahen die Teilnehmer tiefe Becken, in denen die Leichen damals aufbewahrt wurden. In diesem Moment wurde klar, was für brutale Dinge dort geschehen sind. Menschen wurden wie Vieh behandelt, ihnen wurden ihre Freiheit, ihre Identität, ihre Würde und ihre Familie genommen. Sie mussten leiden, wurden gefoltert und ermordet.

Die Erinnerungskultur an die schrecklichen Verbrechen der NS-Diktatur zu pflegen ist ein zentraler Bestandteil des Schulcurriculums im Fach Geschichte an der Abt-Bessel-Realschule. Gerade jetzt, wo sich in ganz Europa ein Rechtsruck vollzieht, ist es besonders wichtig an die unheilvolle Geschichte zu erinnern.  Nach dem Besuch war den meisten anzumerken, dass diese Fahrt nicht einfach nur ein normaler Klassenausflug war. Die unleugbare Existenz eines Ortes wie Natzweiler-Struthof und die unmittelbaren Erfahrungen, welche die Schülerinnen und Schüler dort gemacht haben, stehen gegen Vergessen und Verdrängen. Es hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, Geschichte für junge Leute erfahrbar zu machen, um aus ihr hoffentlich für die Zukunft zu lernen.

Auf der Rückfahrt wurde noch ein Zwischenstopp in der Hauptstadt des Elsass eingelegt. Hier in Straßburg hatten die Schülerinnen und Schüler noch etwa zwei Stunden Zeit das Altstadtviertel rund um das berühmte Münster selbständig zu erkunden. Gegen 21 Uhr kamen dann alle wieder wohlbehalten in Buchen an.

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