2019 05 15 Geopark14.05.2019 | Ihre diesjährige Jahresexkursion führte die Schülerinnen und Schüler der Geopark-AG der Abt-Bessel-Realschule an den nördlichen Rand der Rhön. Gemeinsam mit den beiden Lehrkräften Angela Bechtold und Claus Hanak besuchten sie das in der westthüringischen Krayenberggemeinde gelegenen Kalibergwerk Merkers, das zur K+S AG gehört und seit 2003 interessierten Besuchern als Erlebnisbergwerk offensteht.

Schüler und Lehrer begaben sich dort auf eine spektakuläre Reise in die Tiefe. Auf einer Seilfahrt im Förderkorb ging es mit 8 Metern pro Sekunde erst einmal flott abwärts auf eine, wie es in der Fachsprache der Bergleute heißt, Teufe von 500 Metern. Dort unten in der Schachtanlage angekommen, nahmen die Mitglieder der AG auf der offenen Pritsche eines Mannschaftswagens Platz und fuhren auf einem 21 Kilometer langen Rundkurs durch das Labyrinth von Strecken und Abbaukammern des riesigen Salzbergwerks. Insgesamt, so erfuhren die Besucher, umfasst das gigantische Streckennetz eine Gesamtlänge von 4600 km!

Frieren musste keiner der Teilnehmer, denn die Temperaturen lagen zwischen 18° und 28° Celsius, je nachdem wie tief man gerade war. Im unter Tage gelegenen Salzbergbaumuseum konnten sich die Realschüler über die Geologie des Zechsteins und die Abbauverfahren des Kalisalzes informieren. Ein Höhepunkt der Führung war zweifellos die Besichtigung der Salzkristallgrotte auf 800 Meter Teufe. Dieser 1980 zufällig bei Vortriebsarbeiten entdeckte Hohlraum, ist an Decke und Wänden mit einem dichten Kristallrasen aus glasklaren bis milchig-weißen, würfelförmigen und teils riesigen Salzkristallen übersät. Einzelkristalle, die frei wachsen konnten, weisen sogar eine Kantenlänge von bis zu einem Meter auf.

Natürlich ging es auch um die Frage, wie überhaupt das ganze hier vorhandene Salz entstehen konnte. Dazu muss man in der Erdgeschichte in ein Zeitalter lange vor dem Auftauchen der ersten Dinosaurier blicken. Vor etwa 255 Millionen Jahren, während einer Zeiteinheit des Perm, die früher als Zechstein bezeichnet wurde, drang ein Meer nach Nord- und Mitteldeutschland vor. Es reichte zeitweise bis an den Main und in den Stuttgarter Raum und lagerte mächtige Schichten aus Karbonat-, Sulfat- und Tongesteinen auf seinem Grund ab. In vom offenen Meer abgeschnürten Bereichen konnten sich unter einem warmen, äquatorialen Klima durch Eindampfungsprozesse auch Stein- und Kalisalze bilden. Diese Salzvorkommen bilden bis heute die Voraussetzung für den dortigen Kalibergbau. Nicht umsonst bezeichnet man Salze auch als „Weißes Gold“, da sie ein unverzichtbarer und kostbarer Bestandteil unserer Lebenswelt sind. Mittels aufwendiger technischer und chemischer Prozesse wird aus dem abgebauten Rohsalz Kali gewonnen, das Grundlage für Düngemittel und andere wichtige Produkte von pharmazeutischen Präparaten bis hin zu bunten Legobausteinen ist.

Die Exkursion nach Merkers, war für alle Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis, über das man noch viel schreiben könnte. Neben dem „Weißen Gold“ bekam man zum Abschluss unter Tage sogar noch „echte“ Goldbarren zu Gesicht. Nämlich in dem Teil des Bergwerks, in dem am Ende des Zweiten Weltkrieges ein Großteil der Goldbestände der Reichsbank und wertvolle Kunstschätze eingelagert worden waren, die dann von amerikanischen Truppen entdeckt wurden.

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