10 0303.08.2026 | Vom 13. bis zum 16. Juli waren die vier zehnten Klassen der ABR gemeinsam mit ihren Klassenlehrkräften Frau Egger (10a), Frau Rosche (10b), Herrn Grimm (10c) und Frau Schmitt (10d) auf Abschlussfahrt in Berlin. Untergebracht in einem Hotel in unmittelbarer Nähe des Alexanderplatzes, hatten alle vier Klassen die Highlights der deutschen Hauptstadt praktisch vor der Haustür und nutzten die vier Tage für ein dichtes und abwechslungsreiches Programm.

Noch bevor die Zimmer im Hotel bezogen wurden, ging es am ersten Tag direkt mit dem Bus auf eine Stadtrundfahrt. Dabei bekamen die Schülerinnen und Schüler bereits die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen Berlins zu Gesicht. Gegen Ende der Stadtrundfahrt stiegen die Klassen 10b und 10d noch an der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße aus, wo unter anderem ein 70 Meter langes Originalstück der Grenzanlage im letzten Ausbauzustand, wie es bis zum Mauerfall 1989 bestand, zu sehen war. Die Klasse 10c besuchte die Gedenkstätte an einem späteren Tag der Fahrt.

Ein zentraler Bestandteil der Klassenfahrt war am Dienstag der Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Dort war bis zum Mauerfall die ehemalige zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) der DDR untergebracht, in der politische Gefangene inhaftiert und sowohl physisch als auch psychisch unter Druck gesetzt wurden. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren dort während der Führungen viel darüber, welche Grausamkeiten während der Zeit der deutschen Teilung und des Kalten Krieges an diesem Ort verübt wurden und welches Leid mit der dortigen Inhaftierung in den meisten Fällen verbunden war.

Im Anschluss an den Gedenkstättenbesuch hatten die Klassen 10b und 10d am Nachmittag die besondere Gelegenheit, in der Gedenkbibliothek für die Opfer der kommunistischen Diktaturen im Nikolaiviertel einen Zeitzeugenvortrag von Herrn Thomas Lukow zu hören. Der heute 67-Jährige war als junger Mann wegen seiner kritischen Haltung ins Visier der Stasi geraten und saß aufgrund eines geplanten Fluchtversuches über die tschechoslowakische Grenze zunächst in Hohenschönhausen und anschließend 20 Monate im berüchtigten Gefängnis Bautzen II. Unter dem Titel „Vom Jungpionier zum Staatsfeind – eine Jugend in der DDR“ berichtete er offen und anschaulich von seinem Aufwachsen in der DDR und davon, wie sich sein Blick auf das System im Laufe der Zeit veränderte. Der Vortrag von Herrn Lukow regte zum Nachdenken an und führte vor Augen, wie privilegiert man eigentlich ist, heute in Freiheit und Sicherheit leben zu dürfen. Dabei wurde deutlich, dass die Errungenschaften der Demokratie nicht selbstverständlich sind und dass jede und jeder Einzelne dazu beitragen sollte, sie zu bewahren.

Am 15. Juli stand für alle Klassen ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm: der Besuch des Reichstagsgebäudes, in dem der Bundestag und damit das Herzstück der deutschen Demokratie untergebracht ist. Dort erhielt jede Klasse im Plenarsaal einen Vortrag auf der Besuchertribüne und erfuhr mehr über die Arbeitsweise und die Bedeutung des Bundestages für die deutsche Politik. Danach ging es hinauf auf die Besucherterrasse und in die berühmte Reichstagskuppel, mit einem beeindruckenden Blick über die Stadt.

Auch abseits des offiziellen Programms wurde einiges zu Fuß erkundet: Die Klasse 10d besuchte die Hackeschen Höfe und das Haus Schwarzenberg, zwei besonders lebendige Ecken Berlins mit viel Kunst, Geschichte und Atmosphäre. Auch das Brandenburger Tor durfte bei keiner Klasse fehlen, ebenso die Eastside Gallery, die an unterschiedlichen Tagen von den Klassen bestaunt wurden.

Neben dem geschichtlichen und politischen Programm blieb natürlich auch Zeit für Unternehmungen der einzelnen Klassen: Ob beim Lasertag, einem Besuch im Berlin Dungeon, einem Ausflug der 10c zum Olympiastadion, dem Besuch der 10a in der Light-and-Sound-Ausstellung „Dark Matter“ oder einer Fahrt auf den Berliner Fernsehturm – für Abwechslung war bei allen vier Klassen gesorgt.

Am Donnerstag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von Berlin. Nach dem Auschecken aus dem Hotel blieb bis zur Abfahrt mit dem Bus gegen 13.30 Uhr noch etwas Zeit für ein letztes Shoppingerlebnis im Kaufhaus Alexa am Alexanderplatz oder den Einkauf von persönlichen Mitbringseln.

Die Abschlussfahrt nach Berlin hat den Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen nicht nur einen Blick auf die deutsche Geschichte und Gegenwart ermöglicht, sondern auch schöne gemeinsame Erinnerungen zum Abschluss ihrer Zeit an der ABR beschert und wird allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis bleiben.

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